Skonto in der Rechnung und in der XRechnung: Formulierung, Format, Regel BR-DE-18
In einer XRechnung ist Skonto kein Freitext. Die Bedingung muss in einem exakt
vorgegebenen Muster stehen — #SKONTO#TAGE=14#PROZENT=2.00#, jede Bedingung in
einer eigenen Zeile, in Großbuchstaben, ohne zusätzliche Leerzeichen. Wer
stattdessen „2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 14 Tagen“ hineinschreibt,
bekommt einen Fehler der Stufe „fatal“: BR-DE-18.
Diese Seite erklärt beides — die gewohnte Formulierung auf dem Rechnungsblatt und das Format, das die maschinelle Prüfung verlangt.
Was Skonto ist und was es Sie kostet
Skonto ist ein Preisnachlass dafür, dass der Kunde früher zahlt als vereinbart. Übliche Konditionen: „2 % bei Zahlung innerhalb von 14 Tagen, sonst 30 Tage netto.“ Der Kunde darf dann 2 % vom Rechnungsbetrag abziehen, wenn das Geld innerhalb von 14 Tagen bei Ihnen ist.
Rechnen Sie einmal nach, bevor Sie es anbieten. 2 % für 16 Tage früher entsprechen überschlägig 45 % im Jahr — Skonto ist der teuerste Kredit, den ein Betrieb vergeben kann. Es lohnt sich, wenn Sie ein Liquiditätsproblem haben oder in einer Branche arbeiten, in der der Abzug erwartet wird. Wer nur den Zahlungseingang beschleunigen will, kommt mit einem kurzen Zahlungsziel und klaren Fristen günstiger weg (Mahnung und Zahlungserinnerung).
Formulierung auf dem Rechnungsblatt
Zwei Angaben müssen eindeutig sein: der Prozentsatz und die Frist. Und die Frist braucht einen Bezugspunkt — Rechnungsdatum, nicht „nach Erhalt“:
Zahlbar bis 17.09.2026 ohne Abzug.
Bei Zahlung bis zum 01.09.2026 gewähren wir 2 % Skonto (886,31 €).
Der ausgerechnete Skontobetrag ist Kür, spart aber Rückfragen. Wichtig ist, dass die Skontovereinbarung überhaupt auf der Rechnung steht: Sie gehört zu den im Voraus vereinbarten Entgeltminderungen, die dort zu nennen sind — siehe Pflichtangaben auf der Rechnung.
Die beiden Felder: BT-9 und BT-20
Eine E-Rechnung trennt Datum und Bedingung:
| Feld | Inhalt | Beispiel |
|---|---|---|
| BT-9 | Fälligkeitsdatum — der Tag, an dem ohne Abzug zu zahlen ist | 2026-09-17 |
| BT-20 | Zahlungsbedingungen als Text, hier steht das Skonto-Muster | siehe unten |
Beide dürfen sich nicht widersprechen. Ein Fälligkeitsdatum in BT-9, das vor dem Ende der Skontofrist liegt, ist technisch zulässig, führt aber beim Empfänger zu genau der Rückfrage, die Sie vermeiden wollten.
Das feste Muster in der XRechnung
Der Aufbau einer Skontozeile ist Segment für Segment vorgegeben:
| Segment | Bedeutung | Format |
|---|---|---|
#SKONTO |
Kennung, immer zuerst | Großbuchstaben |
#TAGE=N |
Zahlungsfrist in Tagen ab Rechnungsdatum | ganze Zahl |
#PROZENT=N.NN |
Nachlass in Prozent | Punkt als Trennzeichen, genau zwei Nachkommastellen |
#BASISBETRAG=N.NN |
optional: Basisbetrag, wenn nicht der Gesamtbetrag BT-115 gilt | Punkt, zwei Nachkommastellen |
# |
Abschluss der Zeile | Zeilenumbruch danach |
So sieht das richtig aus — freier Text darf davorstehen, muss aber mit einem Zeilenumbruch enden, und jede Bedingung bekommt ihre eigene Zeile:
Zahlbar bis 17.09.2026 ohne Abzug.
#SKONTO#TAGE=7#PROZENT=3.00#
#SKONTO#TAGE=14#PROZENT=2.00#
#SKONTO#TAGE=30#PROZENT=0.00#
Mit abweichender Bemessungsgrundlage, etwa wenn Skonto nur auf den Warenwert ohne Fracht gewährt wird:
#SKONTO#TAGE=14#PROZENT=2.00#BASISBETRAG=760.00#
Und so sieht es falsch aus:
2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 14 Tagen ← Freitext ohne Muster
#SKONTO#TAGE=14#PROZENT=2# ← Prozent ohne zwei Nachkommastellen
#SKONTO#TAGE=14#PROZENT=2,00# ← Komma statt Punkt
#Skonto#Tage=14#Prozent=2.00# ← Klein- statt Großbuchstaben
#SKONTO#TAGE=14#PROZENT=2.00 ← fehlendes # am Zeilenende
#SKONTO#TAGE=14#PROZENT=2.00# #SKONTO#TAGE=30#PROZENT=1.00# ← zwei Bedingungen in einer Zeile
Was BR-DE-18 genau prüft
Die Regel schaut ausschließlich in das Feld BT-20 und nimmt sich dort jede Zeile
vor, die mit # beginnt. Jede dieser Zeilen muss vollständig auf das Muster
passen: Kennung, Tage als ganze Zahl, Prozent mit Punkt und zwei
Nachkommastellen, optionaler Basisbetrag im selben Zahlenformat, abschließendes
#. Zusätzlich muss der Block der Skontoangaben mit einem Zeilenumbruch enden.
Zusätzliche Leerzeichen, Tabulatoren oder erklärende Wörter innerhalb der Zeile
lassen die Prüfung scheitern.
Was die Regel nicht prüft: ob der Prozentsatz betriebswirtschaftlich sinnvoll ist, ob die Frist zum Fälligkeitsdatum in BT-9 passt und ob der Skontobetrag richtig ausgerechnet wurde. Die Syntax ist Gegenstand der Prüfung, nicht die Kalkulation.
Zwei Beobachtungen aus der Praxis: Erstens erzeugen viele Rechnungsprogramme die Zeile korrekt, verlieren das Format aber, sobald der Anwender in der Oberfläche einen eigenen Zahlungshinweis dazuschreibt — der landet im selben Feld. Zweitens fällt das nie in der PDF-Ansicht auf, weil die Sichtansicht den Text lesbar aufbereitet. Aufgefallen ist es erst, wenn der Empfänger die Datei abweist.
Bleibt die Prüfung hängen: Datei in den Validator ziehen, Meldung lesen, Zeile korrigieren. Die vollständige Liste der Regeln mit Ursache und Lösung steht im Fehlerverzeichnis, Vergleichsdateien mit korrekten Zahlungsbedingungen unter Beispiele. Steckt Ihre Rechnung in einem ZUGFeRD-PDF, holt der ZUGFeRD-Extraktor das XML heraus, sodass Sie die BT-20-Zeile im Original sehen.
Skonto und Umsatzsteuer
Auf der Rechnung selbst rechnen Sie mit dem vollen Betrag: Nettosumme, Umsatzsteuer, Bruttobetrag — ohne Skontoabzug. Die Skontovereinbarung wird nur genannt, nicht eingerechnet.
Zieht der Kunde das Skonto später tatsächlich ab, verringert sich die Bemessungsgrundlage nachträglich. Beide Seiten korrigieren dann in dem Voranmeldungszeitraum, in dem gezahlt wurde: Sie die abzuführende Umsatzsteuer, Ihr Kunde seinen Vorsteuerabzug. Eine berichtigte Rechnung ist dafür nicht nötig, solange die Vereinbarung auf der Rechnung steht — genau deshalb muss sie dort stehen.
Ein Beispiel mit 19 %:
| Position | Betrag |
|---|---|
| Netto | 760,00 € |
| Umsatzsteuer 19 % | 144,40 € |
| Rechnungsbetrag | 904,40 € |
| Bei Zahlung binnen 14 Tagen: 2 % Skonto | −18,09 € |
| Zahlbetrag mit Skonto | 886,31 € |
Die 18,09 € enthalten anteilig Umsatzsteuer — die Minderung betrifft Netto und Steuer gemeinsam, nicht nur den Nettoanteil.
Häufige Fragen
Darf ich Skonto in einer ZUGFeRD-Rechnung anders schreiben? Das Muster stammt aus den deutschen XRechnung-Regeln und wird bei der Prüfung gegen dieses Profil angewendet. Wenn Ihr Empfänger eine XRechnung verlangt oder Sie gegen die deutschen Regeln prüfen lassen, halten Sie sich an das Muster. Beide Formate beruhen ohnehin auf derselben Norm EN 16931; den Unterschied erklärt XRechnung öffnen und anzeigen.
Muss ich Skonto überhaupt anbieten? Nein, es ist eine freiwillige Vereinbarung. Ohne Skontozeile in BT-20 löst BR-DE-18 auch nichts aus.
Kann ich mehrere Skontostufen angeben? Ja — je Stufe eine eigene Zeile, wie im Beispiel oben mit 7, 14 und 30 Tagen.
Der Kunde hat Skonto gezogen, obwohl die Frist abgelaufen war. Dann ist der Rechnungsbetrag nicht vollständig beglichen, und die Differenz bleibt offen. Wann daraus Verzug wird, steht unter Mahnung und Zahlungserinnerung.
Ab wann muss ich meine Rechnungen überhaupt elektronisch ausstellen? Empfangen können müssen alle inländischen Unternehmen seit dem 1. Januar 2025. Die Ausstellungspflicht greift ab 2027 für Unternehmen mit mehr als 800.000 € Vorjahresumsatz und ab 2028 für alle übrigen; Kleinunternehmer nach § 19 UStG sind vom Ausstellen befreit (§ 34a UStDV). Die Fristen im Detail: E-Rechnungspflicht 2025–2028 und Elektronische Rechnung: Pflicht seit 2025.
Angaben Stand August 2026. Keine Steuer- oder Rechtsberatung.